the cat family

Einzelhaltung vs. Gruppenhaltung

Ein Thema an dem sich die Geister sprichwörtlich scheiden. Zuerst muss man meiner Meinung nach Differenzieren, ob es sich um Freigänger oder Tiere in Wohnungshaltung handelt. Freigänger, die eben bedingt durch ihren unbeschränkten Auslauf auch Kontakt zu anderen Artgenossen haben, kann man bedenkenlos als Einzelgänger halten.

Die Wohnungshaltung ist für sich genommen teilweise recht umstritten. Manche bezeichnen jegliche Wohnungshaltung als Tierquälerei, andererseits geben Tierheime Katzen nur unter der Auflage ab, dass diese Katzen in der Wohnung gehalten werden. Meine Meinung ist, Katzen die einmal Freigänger waren, gehören definitiv nicht eine Wohnung. Katzen die nichts anderes kennen, kann man durchaus in der Wohnung halten. Die Katzen haben sich diesen, unseren Lebensraum doch schon lange erobert. Man sollte hier nur ein paar Dinge mehr beherzigen.

Anders als beim Freigänger verhält es sich bei einer Wohnungshaltung und besonders dann, wenn Frauchen oder Herrchen über den Tag zur Arbeit außer Haus und die Katze allein ist. Nun hört man gelegentlich Argumente alá .. Katzen schlafen bis zu 16 Stunden am Tag oder die beschäftigen sich auch allein .. das ist natürlich nicht falsch, hat aber wie alles auch seine logische Konsequenz. Die Abwesenheit zu verschlafen bedeutet im Endeffekt ein sehr ausgeruhtes Tier, wenn Herrchen am Abend nach Hause kommt. Das ist auf Dauer nicht nur für die Katze anstrengend. Auch das „allein beschäftigen“ funktioniert bisweilen recht gut, viel Zeit für jede Menge Unsinn (ich meine Unsinn natürlich aus Sicht der Menschen und nicht der Katze). Im schlimmsten Fall hat man dann doppelte Arbeit, einmal die ausgeruhte Katze beschäftigen, die nicht nur fressen sondern auch spielen will und das eine oder andere mal sind auch noch diverse Aufräumungsarbeiten nötig. Mit der Katze schimpfen bringt an dieser Stelle rein gar nichts, zum einem weiß sie eh nicht warum Herrchen schimpft und zum anderen ist der Grund (oft) vom Herrchen durch die Einzelhaltung indirekt selbst verursacht.

Auch ich/wir hatten diesen Fehler gemacht und immer bereut, „damals“ Juniors Brüderchen nicht auch mitgenommen zu haben. Natürlich nicht wegen der Schäden (alá „früher, als wir noch Pflanzen in der Küche hatten“), sondern wegen Junior selbst.

Im Nachhinein und mit der gesammelten Erfahrung mit inzwischen vier Katzen, würden wir uns nie wieder eine kleine bzw junge Katze anschaffen, insbesondere dann nicht, wenn diese Geschwister hat und damit seit dem Babyalter nie alleine war.

Mein Resümee: Wo eine Katze satt wird, werden es auch zwei. Das „mehr“ an Arbeit und Futter, wird auf jeden Fall von zufriedeneren Tieren, die deutlich weniger Unsinn (ich meine den bereits o.g. Unsinn) machen, aufgewogen. Beschäftigen muss man sich trotzdem mit ihnen, aus dem Part kommt man nicht heraus (will ein Katzenhalter auch nicht wirklich oder?). Aber wenn der Katzenakku gerade bei Jungtieren nicht mehr bei 150% steht, ist auch das schon ein gewisses Stück „entschärft“.

Selbstverständlich kann es auch in der Wohnung mit der Einzelhaltung klappen, gerade wenn man vielleicht ein älteres Tier aufnimmt oder u.U. geht es auch gar nicht, weil sich die Katze mit keiner anderen mehr vertragen will. Aber das sind Sonderfälle, die individuell zu bewerten sind, anders bei Jungtieren aus einem Wurf oder Katzen aus einer Gruppe.

Auch kommt es darauf an, wie alt die Katzen sind, die man bekommt. Aber dieser Punkt ist meines Erachtens von solcher Wichtigkeit, dass ich damit ein separates Thema beginnen möchte .. weiter

Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs Leben zu gehen, ohne Lärm zu machen.  •  Ernest Hemingway